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100 Jahre Disney!

Happy Birthday Disney Company

Am 16.Oktober 1923 wurde die Disney Company vom gerade einmal 21 Jahre alten Walt Disney zusammen mit seinem Bruder Roy gegründet. Damit legten die beiden den Grundstein für einen der größten Unterhaltungskonzerne der Welt und zahlreiche Innovationen im Bereich des Trickfilms.

DisneyWalt bewies immer wieder großes Gespür für den Einsatz neuer Erfindungen in seinen Animationsfilmen. Obwohl Warner Brother 1927 den ersten Tonfilm in die Kinos brachte, nutze Disney die neue Technik ein Jahr später für den ersten Ton Zeichentrickfilm “Steamboat Willie”, setzte damit das neue Studio Maskottchen Mikey Mouse gekonnt in Szene und landete damit einen Riesenerfolg. Mikey Mouse war plötzlich in aller Munde und Disney nutzt dessen Beliebtheit äußerst geschäftstüchtig durch Lizensierung von Comic Strips und einem nie dagewesenen Merchandise.

1932 bekam der Konzern die Möglichkeit, als erstes Studio seine Trickfilme im neuartigen Technicolor Verfahren zu produzieren und sicherte sich die exklusiven Rechte für 2 Jahre. “Flowers and Trees” wurde der erste Animationsfilm in Technicolor und gewann den ersten von vielen Oscars.

Mit “Schneewittchen und die sieben Zwerge” wurde 1937 weitere Filmgeschichte geschrieben, er war der erste Animationsfilm in Spielfilmlänge. Damit bewies Walt erneut seine “Verrücktheit”, denn niemand konnte sich zuvor vorstellen, dass ein Trickfilm ganze 80 Minuten lang unterhalten konnte – doch Disney schaffte es wie kein anderer Gefühle durch seine Fantasiefiguren zu wecken und nicht nur die Kinder, sondern die ganze Familie zu begeistern.

Nach dem Krieg schaffte es Disney 1951 nach Anfänglichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten mit “Cinderella” wieder an die Erfolge von früher anzuknüpfen und begab sich 1954 in ein neues Medium – Walt trat als “Märchenonkel” selbst vor die Kamera, moderierte und rührte die Werbetrommel für sein nächstes großes Projekt, Disneyland.

Nun war die Grenze überschritten, Disneyfiguren konnten “in der Realität” besucht werden und auch im Film wurde mit einer Mischung aus Realverfilmung und Animation experimentiert, wie zum Beispiel 1964 bei “Marry Poppins”, der erneut einen Oscar einbrachte.

Doch mit dem Tod des großen Visionäres Walt Disney im Dezember 1966 fiel der Konzern zunächst in eine Schockstarre, die 70er Jahre waren geprägt durch die Verwaltung des Erbes. Auch in den 80ern verdiente der Konzern hauptsächlich durch die Einnahmen früherer Klassiker, der neue Zeichentrickfilm “Taran und der Zauberkessel” floppte und eine kurze Zeit stand die ganze Zeichentricksparte als zu teuer und unzeitgemäß auf der Kippe.

Doch die Wende brachte 1989 “Arielle die Meerjungfrau”, der erste Märchenfilm seit den 50er Jahren, der das Publikum und die Kritiker überzeugte und ein großer Erfolg wurde. In den 90er Jahren feierte Disney eine Renaissance mit Filmen wie „Die Schöne und das Biest“, „Aladdin“ und „Der König der Löwen“ . Die Trickfilm Figuren waren wieder überall zu sehen.

Seit Mitte der 2010er Jahre wurden verstärkt Realverfilmungen früherer Klassiker produziert, die jedoch oftmals von den Kritikern abgestraft wurden und wie zuletzt “Arielle” 2023 im Kino floppten.

Inzwischen hat Disney nicht nur 6 Freizeitparks auf 3 Kontinenten, sondern auch 140 Oscars und einem Umsatz von 74,8 Milliarden US-Dollar, bei einem Gewinn von 10,4 Milliarden US-Dollar und gehört zu den fünf größten Medienkonzernen der Welt. Auch Marvel und “Star Wars” sind seit 2015 und 2012 Teil der Familie und vergrößern deren Reichweite und Fanbase.

Ob Tränen über den Tod von Bambis Mutter, Lacher über Goofy, Donald Duck und Mickey Mouse, große Romantik bei Arielle und Cinderella oder Ohrwurm-Arien der Eiskönigin – kaum jemand, der keine Kindheitserinnerungen mit Disney Figuren, Filmen und Liedern verbindet. Keine Frage, sie wurden von vielen Menschen, groß und klein, ins Herz geschlossen.

Doch immer wieder wurde auch Kritik an ihnen laut – sie orientierten sich zu sehr am Mainstream, an gängigen traditionellen Rollenklischees. Vor allem die frühen Disney Prinzessinnen erscheinen aus heutiger Sicht als eine überholte Mischung aus über-idealisierten Schönheitsvorstellungen und eher passiven, weiblichen Figuren.

Auch andere fragwürdige Klischees wurden bedient, rassistische Darstellungen zum Beispiel der Siamkatzen in “Susie und Strolch”, oder dem Lied, das die dunkelhäutigen Menschen zu Beginn des Films “Dumbo” singen. Dort werden Afro-Amerikaner diskriminiert, die sich selbst als ungebildete („We never learned to read or write) Hilfsarbeiter („happy-hearted roustabouts) und als „haarige Affen (hairy ape) bezeichnen.

Walt Disney selbst war Gründungsmitglied des Verbandes MPAPAI (deutsch etwa „Film-Allianz zur Bewahrung amerikanischer Ideale“), der auch antisemitisch geprägt war und ein großer Verehrer von Leni Riefenstahl, die er trotz Hollywood Boycott empfing. Doch auf der anderen Seite produzierte Disney in den Kriegsjahren Filme mit klaren politischen Positionen und gab den Anti-Nazi-Cartoon „The Fuehrer’s Face“ heraus.

Walt Disney stand lange Zeit für traditionelle Werte, Patriotismus und die Verkörperung des amerikanischen Traums – er unterstützte offen konservative Politiker wie Ronald Regan und McCarthy.

Doch in den letzten Jahren versuchte sich der Konzern an mehr Inklusion und Diversität, alte Klassiker mit fragwürdigen Inhalten wurden mit Warnungen versehen und teilweise neu aufgelegt. Doch auch das stieß nicht überall auf Gegenliebe.

Im Zuge dieser Diversifizierung ist Disney nun in den Mittelpunkt des amerikanischen Kulturkampfes geraten und gilt als Inbegriff von Wokeness für das Trump gespaltene Amerika. Im Remake des Klassikers “Schneewittchen und die sieben Zwerge” sind nun sieben Kreaturen statt Zwerge zu sehen und auch Minnie Mouse trägt einen Hosenanzug statt Mini-Rock. Dies führte prompt zu Aufmärschen von Fahnen schwingenden Neonazis vor Disneyland in Florida.

Bleibt zu wünschen, dass Disney auch in Zukunft mit neuen Ideen, Innovationen und visionärem Denken aufwartet und den Pioniergeist des Gründers wieder aufleben  lässt.

Wir sagen: Happy Birthday Disney!